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Warum Ionisation in ESD-Bereichen?

Was beim ionisieren passiert

In ESD-Bereichen sollen elektrostatische Aufladungen vermieden werden bzw. die Aufladungen entstehen durch die Verwendung ESD-gerechter Materialien erst gar nicht. Nichtsdestotrotz können sich prozessbedingt Aufladungen entwickeln: Bei Montageprozessen, beim Verbinden von Kabelleitungen, in Maschinen oder durch Fördertechnik. Um nur einige Beispiele zu nennen.  

Diese statischen Aufladungen können und müssen reduziert und neutralisiert werden, auf unter 100 Volt Prozessaufladung. Hierzu werden Ionisatoren eingesetzt.

Ein weiteres Beispiel ist die Verpackungsindustrie. Hier leisten Ionisatoren wertvolle Dienste: Sie verhindern das störende Aneinanderhaften von Kunststofffolien oder -hülsen, das durch elektrostatische Kräfte verursacht wird und so die Verpackungsqualität reduziert.

Darüber hinaus sind Ionisatoren in Montage- und Reinraumprozessen unverzichtbar. Dort haften Staub- oder andere Partikel an Werkstücken. Durch Ionisation werden die Teile elektrostatisch neutralisiert und unerwünschte Partikel zuverlässig entfernt – für saubere Prozesse und optimale Ergebnisse.

Ionen

AC / DC

Im Bereich der Ionisatoren werden zwei Techniken unterschieden: AC und DC. Beide beschreiben, wie das elektrische Feld bei der Ionisation wirkt – wechselnd oder konstant.  Der Unterschied hat relevante Auswirkungen auf die Wirkung, Stabilität und Effizienz von Ionisatoren sowie auf das Einsatzgebiet.

Reinraum

DC-Ionisation (Gleichspannung)

Die Spannung ist konstant angelegt (Plus und Minus bleiben gleich). Bei der DC-Technik werden gleichzeitig positive und negative Ionen produziert und auf die zu ionisierende Fläche gegeben.

Vorteile: Sehr gezielte und effiziente Ionisation mit einer hohen Ionendichte, was eine starke Neutralisationswirkung zur Folge hat und somit die Prozessluft sehr schnell neutralisiert und die Aufladung reduziert.

Zu beachten ist die regelmäßige Prüfung durch Charge Plate Monitore um zu verhindern, dass die Balance verstellt ist und somit die Ionisation beeinträchtigt ist.

Typische Anwendungsbereiche sind

  • ESD-Bereiche und Reinräume, in denen eine gezielte Entladung unter 100 Volt gefordert ist.
  • Bereiche mit sensiblen Komponenten wie Halbleiter, Displays, Steuergeräte, etc.

AC-Ionisation (bedeutet Wechselspannung)

Bei der AC-Technik liegt die Spannung wechselnd an. Das bedeutet, dass abwechselnd positive und negative Ionen produziert werden und auf die zu ionisierende Fläche gegeben werden. 


Dadurch ist die Ionisationsleistung geringer als bei der DC-Technik und Entladungen dauern länger. Diese Ionisatoren sind zwar etwas wartungsärmer, jedoch deutlich weniger präzise als Ionisatoren mit DC-Technik und der Wirkungsbereich ist kleiner.

Typische Anwendungen finden sich in der Ionisation von allgemeinen Prozessen mit weniger empfindlichen Komponenten wie der Verpackungs-, Druck-, Kunststoffindustrie.


Verpackungsindustrie

 

Technik AC DC
Polarität wechselnd konstant
Ionenart + / − abwechselnd meist einpolig
Präzision mittel hoch
Wartung geringer höher, aber durch regelmäßige Überprüfung reduzierbar
Einsatz Breit mit weniger empfindlichen Komponenten wie zum Beispiel in Verpackungsanlagen oder der Kunststoffindustrie. Spezialisiert mit empfindlichen Komponenten und Bauteilen wie zum Beispiel ESD-Bereichen.

Faustregel: 

  • AC, wenn du robuste, unkomplizierte Entladung willst.
  • DC, wenn du maximale Kontrolle und Präzision brauchst.

 

Welches Ionsiergerät ist das richtige für mich?

Gebläse oder Stäbe – Tischgerät oder Overhead 

Es gibt verschiedene Typen von Ionisatoren. Lüfter und Stäbe. In ESD-Bereichen bzw. an ESD-Arbeitsplätzen werden in der Regel Gebläse/Lüfter genutzt. Durch die ionisierte Luft haben diese einen großen Ionisationsbereich in dem sie wirken. Außerdem können Gebläse-Ionisatoren weiter vom Prozess entfernt positioniert werden und stören nicht bei der Arbeit. 


Hier können je nach Prozessfläche bzw. Platz
Tisch-Ionisatoren auf der Arbeitsfläche positioniert werden oder Overhead-Ionisatoren an einem Balken am Arbeitstisch montiert werden. Einfache Regel: Je mehr Lüfter umso größer die Ionisationsfläche. Der entstehende Luftstrom ist ungefährlich. Durch stufenlose Verstellmöglichkeiten kann der Luftstrom angepasst werden, darf jedoch nicht zu gering sein da sonst die Entladeleistung zu gering sein kann. Dies ist mit einem Feldmeter oder Charge Plate Monitor zu prüfen. 


Ionisationsstäbe
hingegen eignen sich für den Einsatz in Maschinen. Sie produzieren keinen Luftstrom, müssen dafür nah am Prozess installiert werden um die notwendige Leistung zu bringe. Stäbe ionisieren die Aufladung im Bereich der Stablänge und nicht flächenmäßig. Hierzu werden die Ionisationsstäbe in der entsprechenden benötigten Länge produziert und dann direkt am Prozess montiert.

Wichtig: Die regelmäßige Überprüfung von Ionisatoren 

Ionisatoren müssen regelmäßig gereinigt und überprüft werden, weil Staub und Verschmutzungen die ionisierende Wirkung stark reduzieren können. Wenn die Spitzen verschmutzt oder abgenutzt sind, entstehen weniger Ionen – und die elektrostatische Entladung funktioniert nicht mehr zuverlässig.


Regelmäßige Reinigung und ggf. Austausch der Spitzen sichern also, dass Geräte, Bauteile und Arbeitsplätze effektiv vor elektrostatischer Aufladung geschützt bleiben. Die Überprüfung erfolgt mit Chaged Plate Monitor Systemen.

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